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Wie der Umbau gelingt: Vom Familienbad zum Paarbad

Auf einer durchgehenden Waschtischplatte sind zwei Aufsatzbecken installiert, Wandarmaturen erleichtern die Reinigung. Darüber sind Spiegelschränke auf der ­Vorwand eingebaut. Für die direkte ­Beleuchtung des Gesichts sorgen LED-Bänder, die hinter ­mattierten Flächen in den ­Türen eingebaut sind.

Bild: Hansen

Auf einer durchgehenden Waschtischplatte sind zwei Aufsatzbecken installiert, Wandarmaturen erleichtern die Reinigung. Darüber sind Spiegelschränke auf der ­Vorwand eingebaut. Für die direkte ­Beleuchtung des Gesichts sorgen LED-Bänder, die hinter ­mattierten Flächen in den ­Türen eingebaut sind.

Bild: Hansen

Der durchschnittliche Renovierungszyklus deutscher Bäder liegt bei etwa 20 Jahren. Gerade bei Familien ändern sich in dieser Zeitspanne die Lebensumstände und damit auch die Ansprüche an das Bad. Eine Wanne ist praktisch und sinnvoll, um die Kinder zu baden, wenn sie noch klein sind. 20 Jahre später sind sie dem Badealter längst entwachsen – wenn sie überhaupt noch zu Hause wohnen. Bei der Sanierung stehen dann die Wünsche der Eltern im Vordergrund – inklusive altersgerechter Aspekte. Das folgende Beispiel zeigt, worauf es ankommt.

Zur Dusche gehört eine Sitzbank mit einem Regal darüber.

Die zweite Planung

Wir hatten das Bad bereits im Jahre 2002 beim Neubau des Hauses für die Familie geplant. Damals wurde der 9,5 m² große Raum mit zwei Waschtischen, WC, Wanne und Dusche ausgestattet. Die Wanne diente in den letzten Jahren allerdings nur noch als Kleiderablage. Folgerichtig gibt es im neuen Bad keine Wanne mehr, dafür aber eine Sitzbank mit einem Regal darüber. Hier können sich die Familienmitglieder zum Aus- oder Anziehen hinsetzen und ihre Kleidung ablegen. Die bodenebene, offene Dusche – am bisherigen Platz der Wanne – hat sehr großzügige Abmessungen. Eine große Kopfbrause und die 150 cm lange Duschabtrennung sorgen für unbeschwertes Duschvergnügen. Da das ganze Haus mit Fußbodenheizung ausgestattet ist, verzichteten die Kunden auf einen Handtuchheizkörper. Stattdessen hängen die Handtücher auf zwei langen Handtuchstangen griffbereit am Ende der Dusche.

Merkmale der neuen Planung

  • Sitzplatz mit Regal für Wäsche
  • Abtrennung für WC mit Einbau-Papierrollenhalter
  • Nutzung der Raumhöhe für Stauraum
  • Wandarmaturen am Waschtisch für leichtere Reinigung
  • Herausziehbare Handtuchhalter am Waschtisch
  • Beleuchtete Dekonische über dem WC
  • Sockelfliesen flächenbündig eingelassen
  • Im neuen Bad gibt es keine Wanne mehr, dafür aber eine Sitzbank mit einem Regal darüber. Hier können sich die ­Familienmitglieder zum Aus- oder Anziehen hinsetzen und ihre Kleidung ablegen. Da das ganze Haus mit Fußbodenheizung ausgestattet ist, verzichteten die Kunden auf einen Handtuchheizkörper.

    Bild: Hansen

    Im neuen Bad gibt es keine Wanne mehr, dafür aber eine Sitzbank mit einem Regal darüber. Hier können sich die ­Familienmitglieder zum Aus- oder Anziehen hinsetzen und ihre Kleidung ablegen. Da das ganze Haus mit Fußbodenheizung ausgestattet ist, verzichteten die Kunden auf einen Handtuchheizkörper.

    Atmosphärisches, indirektes Licht

    Die Aufteilung der linken Wand blieb unverändert. Auf einer durchgehenden Waschtischplatte sind zwei Aufsatzbecken installiert, Wandarmaturen erleichtern die Reinigung. Darüber sind Spiegelschränke auf der Vorwand eingebaut. Für die direkte Beleuchtung des Gesichts sorgen LED-Bänder, die hinter mattierten Flächen in den Türen eingebaut sind. Weitere, verdeckt eingelassene LED-Bänder sorgen für atmosphärisches, indirektes Licht nach oben und unten. Unter der Waschtischplatte bieten zwei Waschtisch-Unterschränke viel Platz in vier Schubladen. Hier ist unter anderem der Föhn, dank eingebauter Steckdosen immer einsatzbereit, untergebracht.

    Regalböden zwischen den Schränken dienen als Ablage für Reservehandtücher. Dort hängen auch die gerade benutzten Handtücher auf ausziehbaren Handtuchhaltern. Die – bisher nur halbhohe – Abtrennung des WCs wurde bis nach oben gezogen und durch ein offenes Regal aufgelockert. Im unteren Teil der Abtrennung ist ein Modul für Toilettenpapier und Reservepapier eingebaut. Die Vorwand über dem WC wird ebenfalls für einen Einbauschrank genutzt, eine beleuchtete Dekonische setzt einen weiteren Akzent. Oberhalb der Einbauten wird die Raumhöhe für weitere Einbauschränke über die gesamte Breite genutzt. So ist auf ganz unauffällige Weise viel Stauraum für selten benutzte, aber sperrige Gegenstände entstanden.

    Die Duschabtrennung ist 150 cm lang.

    Fliesen, Spachteltechnik und Holzoptik

    Die Kunden wünschten sich einen möglichst durchgehenden, fugenlosen Look für alle Flächen. Daher entschieden sie sich – anstelle von Fliesen – für eine Spachteltechnik an den ­Wänden. Am Boden wurden Fliesen im Format 120 x 120 cm verlegt. Dank der schmalen, farbgleichen Fugen wirkt die Fläche fast ebenso durchgehend wie die Wände. Fliesen und Spachteltechnik sind farblich perfekt aufeinander abgestimmt, auch die wolkige Optik der Wände findet sich in den Fliesen wieder. Die Sockelfliesen sind flächenbündig in die Wände eingelassen, sodass auch hier die Materialien fast nahtlos ineinander übergehen. Die sehr authentisch wirkende Holz­optik der Ablagen und Regale fügt sich perfekt in die natürliche, zurückhaltende Farbgebung ein. Sie gibt den Nutzern die Möglichkeit, das Bad mit farbigen Handtüchern und dazu passenden Blumen aus dem Garten immer wieder neu zu gestalten.

    So ist ein modernes und zeitloses Bad entstanden, das die Kunden für die nächsten 20 Jahre begleiten kann. 

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    Zweites Leben fürs Bad: Die Kinder sind aus dem Haus, das Bad wurde umgebaut und neu an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet.

    Bild: Hansen

    Zweites Leben fürs Bad: Die Kinder sind aus dem Haus, das Bad wurde umgebaut und neu an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet.
    Im unteren Teil der Abtrennung ist ein Modul für Toilettenpapier und Reservepapier eingebaut. Die Vorwand über dem WC wird für einen Einbauschrank genutzt, eine beleuchtete Dekonische setzt einen weiteren Akzent.

    Bild: Hansen

    Im unteren Teil der Abtrennung ist ein Modul für Toilettenpapier und Reservepapier eingebaut. Die Vorwand über dem WC wird für einen Einbauschrank genutzt, eine beleuchtete Dekonische setzt einen weiteren Akzent.

    Autorin

    Birgit Hansen
    betreibt in Köln ein Innenarchitekturbüro für individuelle Raumkonzepte und Materialberatung. Einen Schwerpunkt bilden Bäder und ­Fliesen.
    www.hansen-­innenarchitektur.de

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